An der Saale hellem Strande

…sind die Pegelstände mal wieder viel zu hoch. Nachdem es die letzten Wochen beinahe ununterbrochen in Ost- und Süddeutschland geregnet hat - örtlich kamen bis zu 100 l/m² Regen vom Himmel, sind die Flüsse bis zum Rand voll. Am schlimmsten ist die Weiße Elster betroffen, in Zeitz im südlichen Sachsen-Anhalt wird zur Stunde die Innenstadt geräumt.

Doch auch die Saale steigt unaufhörlich. Normalerweise hat die Saale einen Pegel von 2,00m bis 2,50m, heute morgen waren es ganze 6,36m - die höchste Warnstufe IV. Der Rekord liegt bei 7,00m aus dem Jahr 1940. So kam es, dass mich heute morgen mein Kollege mit seiner Familie auf Arbeit begrüßte - er ist gestern Abend aus seiner Wohnung in der Talstrasse evakuiert worden und wohnt nun für die nächsten Tage und Nächte in der Gästewohnung hier bei gocept.

Anbei noch ein paar aktuelle Bilder vom Hochwasser an der Rabeninsel, Peißnitz und am Riveufer.


Online-Schule für Gestaltung - Ein Erfahrungsbericht

Jeder, der sein Hobby ernst nimmt, stellt sich irgendwann die Frage: Bin ich schon am Limit? Kann und weiß ich alles, was ich benötige? So ging es mir vor einem halben Jahr, als ich mich entschlossen habe, mein Hobby Fotografie auf die nächste Stufe zu stellen und mich als Kleinunternehmer anzumelden. Vor über 20 Jahren bekam ich meine erste Kamera geschenkt, eine Festbrennweiten-Kompakt-Knipse, mit der ich viel Freude hatte. Meine erste Digitalkamera kaufte ich mir 1999, eine Kodak DC210 Zoom - doch die Bildqualität und die Möglichkeiten der Kompaktkameras schränkten mich schnell ein und so kaufte ich mir 2003 eine Canon EOS 300D, die erste bezahlbare DSLR. Enorm viel Erfahrung habe ich seither gesammelt, sowohl im Umgang mit den verschiedenen Kameras, als auch in Bildgestaltung und Nachbearbeitung. Doch vor eben jenem halben Jahr ließ mich das Gefühl nicht los, dass da noch mehr sein muss – dass ich noch lange nicht so gut bin wie ich sein will.

Also entschied ich mich für ein Online-Studium neben dem Beruf. Nach ausgiebiger Recherche stieß ich auf den Kurs Fotografie an der Online-Schule für Gestaltung. Bei einer Dauer von 6 Monaten und einem stolzen Preis von 149,- € pro Monat erlernt man angeblich alles zum Thema Fotografie, von Kameratechnik über Lichtsetzung bis hin zu gestalterischen Möglichkeiten. Der prognostizierte, mittlere Aufwand von 15 bis 20 Stunden pro Monat erschien mir nicht zu hoch und die Kursinhalte klangen spannend, wenn auch vertraut. Also schrieb ich mich in den Kurs ein.

Im November ging es los. Meine Zugangsdaten, die ich schon drei Wochen vorher per E-Mail erhalten hatte, wurden freigeschaltet und ich konnte mich über die OFG-Webseite anmelden. Technische Probleme gab es nicht, ich verwendete das Schulungsmaterial unter MacOS X mit Safari und Firefox. Einblick bekam ich zunächst nur in die Unterlagen zum ersten Monat, am ersten jedes weiteren Monats wurden die nächsten Unterlagen freigeschaltet.

Die Unterlagen selbst waren gut strukturiert in Kapitel, die wiederum einzelne Seiten mit einem durchschnittlichen Lese- / Lernaufwand von 5 bis 10 Minuten enthielten. Leider haben die Unterlagen für meinen Geschmack zu viele Rechtschreib- und Ausdrucksfehler, manche Sätze musste ich drei mal lesen, bevor ich ihren Inhalt verstand. Die Unterlagen sind auch nur online zugänglich, ein Download ist ohne Weiteres nicht möglich. Unterwegs lernen geht daher nur mit einem Smartphone oder Tablet, auf einem iPad ließen sich die Unterlagen problemlos lesen. Abgerundet wurden die Schulungsunterlagen mit vielen Bildbeispielen und Videos, in denen der zu lernende Stoff vertieft wird. Inhaltlich waren die Unterlagen meiner Meinung nach sehr ausführlich, an einigen wenigen Stellen hatte ich das Gefühl, dass ich ohne meine Vorkenntnisse Probleme gehabt hätte, den Stoff zu verstehen. Bei Unklarheiten oder Fragen ist Rüdiger Schestag, Diplom-Fotograf & Dozent, per E-Mail erreichbar. Wie schnell und ausführlich er antwortet, weiß ich allerdings nicht, da ich seinen Service nie in Anspruch genommen habe.

Ganz anonym verläuft der Kurs allerdings nicht: am Ende jedes Monats gibt es eine praktische Aufgabe, die, sofern sie fristgerecht erledigt wurde, vom Dozenten bewertet wird. Allerdings gibt es hier keine Noten oder Punkte, ferner verschickt der Dozent einige Tage nach Monatsende eine Feedback-E-Mail. Diese war bei mir immer sehr konstruktiv, Lob und Kritik hielten sich meist die Waage und mitunter wurden meine Arbeiten noch optimiert. Hier wurde von Seiten des Dozenten definitiv Zeit investiert, um dem Schüler ein ausführliches Feedback zu geben.

Wurden alle Arbeiten abgegeben und zur Zufriedenheit des Dozenten erledigt, winkt am Ende des Kurses ein Zertifikat, welches den erfolgreichen Abschluss als Fotodesigner/in bestätigt. Ausserdem gibt es für die eigene Homepage auch noch ein Online-Zertifikat.

Alles in allem bin ich zufrieden mit dem Kurs. Die vielen Rechtschreib- und Grammatikfehler lassen ein leicht ungutes Gefühl zurück, dass hier in möglichst schneller Zeit ein halbjähriger Kurs “aus dem Boden gestampft” wurde. Ich kann aber nicht behaupten, dass die Materialien inhaltlich fehlerhaft oder unvollständig waren, das was inhaltlich angepriesen wurde, wurde auch im Kurs vermittelt. Für Einsteiger in die Fotografie lohnt sich der Kurs auf jeden Fall, für Geübte dient er zum Lücken ausfüllen und vertiefen. Ob sich die rund 900,- € Gesamtkosten lohnen, muss jeder für sich entscheiden.

Eine kostenlose Alternative, allerdings ohne Zertifikat und Monatsaufgabe, bietet der Fotolehrgang im Internet oder die Seite Grundlagen der Fotografie von den Jungs von Kwerfeldein.

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